Noahs Schatz

Auf der Erde gibt es 9 Regionen, in denen die Wildarten von über 90 Prozent aller kultivierten Obst- und Gemüsesorten gefunden wurden. Diese Regionen zeichnen sich oft durch eine große UV-Intensitivität und durch abwechlungsreiche Klimaregionen aus. In diesen Regionen treten DNA-Brüche öfter auf und die Entstehung von neuen Arten wird begünstigt, die Natur ist reicher und es gibt eine große Anzahl endemischer Arten.

Von diesen neun Regionen ist eine das Mittelmeergebiet und eine andere das Anatolisch-Iranische Gebiet. Diese beiden Regionen treffen sich in der Türkei.

Der übergang vom Jäger und Sammler zum sesshaften Landbau hat nach neuesten Erkenntnissen vor ca. 12000 Jahren auf dem Boden der heutigen Türkei stattgefunden. Viele heute noch wichtige Pflanzen wurden damals domestiziert. Auf den Karacadağlar, in der Nähe zu den ältesten bekannten Tempeln der Welt in Göbeklitepe, wurden die wilden Vorfahren des Weizen gefunden.

In der Türkei können die Wildformen von Weizen, Oliven, Kichererbsen, Linsen, Erbsen, Karotten und vielen anderen wichtigen Kulturpflanzen gefunden werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden viele von diesen Pflanzen das erste Mal auf dem Boden der heutigen Türkei in eine kultivierte Form übergeführt.

12000 Jahre lang wurde das Saatgut von den Bauern selber hergestellt. Die Bauern suchten hierfür die ertragsreichsten und vitalsten Pflanzen zur Saatgutgewinnung aus. über ein lokales Samentauschsystem wurden die Pflanzen unterschiedlichen Bedingungen unterworfen und damit weiter gestärkt.

Aus diesem Saatgut gewonnene Pflanzen waren sehr gut an das lokale Klima und den lokalen Boden angepasst. Auch waren sie widerstandsfähiger gegen lokale Schadinsekten und Krankheiten.

Heute sind wir dabei diesen 12000 Jahre alten Schatz unwiederbringlich zu zerstören. Die Hauptgründe sind die industrielle Landwirtschaft und Hybridsorten.

Bei der industriellen Landwirtschaft werden die Pflanzen für eine industrielle Ernte und Verarbeitung ausgesucht. Deshalb müssen die Pflanzen oft bestimmte technische Kriterien erfüllen und eine konstante Qualität haben. Um dies zu erreichen wird die genetische Variation sehr klein gehalten. Außerdem werden meist große Investitionen für die Züchtung dieser Sorten getätigt. Um diese Investitionen wieder reinholen zu können wird dieses Saatgut in möglichst viele Länder verkauft. Der Genpool dieser Pflanzen ist meistens sehr arm, die Pflanzen werden oft in großen Monokulturen gepflanzt.

Die professionelle Saatguthersteller erschweren mit F1-Hybriden die eigene Saatgutherstellung der Bauern. Die Samen der Hybridpflanzen erbgeben keine geeignete Basis zur Weiterzucht. Viele Samen von F1-Hybriden werden von sehr wenigen Mutterpflanzen gewonnen. Damit verringert sich der Genpool weiter.

Durch die weite Verbreitung dieser Landwirtschaftlichen Methoden bauen die meisten Bauern keine alten Sorten mehr an und viele dieser Sorten sind unwiederbringlich verloren gegangen. Der alte sehr reiche Genpool wurde stark verkleinert oder komplett zerstört.

In den letzten Jahren wurde das Fehlen der alten Sorten immer mehr bemerkt. Im Besonderen werden diese alten Sorten im biologischen Landbau oft bevorzugt, der gegen Krankheiten und Schädlinge resistente Pflanzen benötigt. Dies sind natürlicherweise meist die seit Jahrhunderten regional selektierten alten Sorten.

Was kann man dagegen machen? Als erstes muss der Verbraucher auf diese Problem aufmerksam gemacht werden. Durch eine erhöhte Nachfrage nach alten Sorten werden die Bauern von selbst wieder vermehrt diese Sorten anbauen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Entwicklung eines Siegels, für dessen Erhalt ein Bauer eine Patenschaft über eine alte Sorte übernimmt. Wenn jeder Bauer auf einer kleinen Fläche eine alte Sorte weiterzüchtet und jede alte Sorte bei einigen Bauern angebaut wird können viele alte Sorten wiederbelebt werden.

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Wir sammeln Wildkräuter und Wildgemüse

wild herbs Auf den nahegelegenen Feldern waren wir heute Wildkräuter und Wildgemüse sammeln. Löwenzahn, Bocksbart und Vogelknöterich sind unsere Ausbeute.
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